James als Leser

Franz Kafka Als Autor des Monats: Kafkas Verwendung vom Ungeziefer

Mai 16, 2009 · Hinterlasse einen Kommentar

…Dunkelsten und unzugänglichsten Bereich der menschlichen  Person, dem Es, auf und versucht, den Einfluss der Außenwelt auf des Es und seine Absichten zu Geltung zu bringen, ist bestrebt, das Realitätsprinzip an die Stelle des Lustprinzips zu setzen, welches im Es uneingeschränkt regiert. Die Wahrnehmung spielt für das ich die Rolle, welche im Es dem Trieb zufällt. Das Ich repräsentiert, was man Vernuft und Besonnenheit nennen kann, im Gegensatz zum Es, welches die Leidenschaften enthält…                                                                                                          -Sigmund FreudDie Verwandlung

Erschienen 1915 erzählt Franz Kafkas Novelle Die Verwandlung von Gregor Samsa, der eines Morgens aus unruhigen Träumen erwacht und sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt findet. Enstanden 1912 legt diese Erzählung kunstlich vor, was Freud ungefähr sechs Jahre später analytisch zum Papier brachte, nämlich den Begriff der Es und Ich, welche der Psychoanalyse zugrunde liegt. Ich bin der Meinung, dass seine neue Gestalt als Ungeziefer sein revoltierendes Unbewußtsein repräsentiert. Es hat sich eine äußere Gestalt geschaffen. Wenn es der Fall wäre, dass das Ungeziefer sein Unbewußtsein repräsentiert, dann soll das heißen, dass es auch alles repräsentiert, was Gregor verdrängt hat. Wenn Man den Text kritisch anschaut, bemerkt man, dass Gregor viel verdrängt und versteckt hat. Laut Freud ist das Es ein Reservoir der verdrängten Gedanken und Begierde. Freud Behauptet, dass das Es auch keine sichtbare Form hat, aber wenn man den verdrängten Gedanken begegnet, ist man ängstlich. Das ist der Grund ein Ungeziefer zu verwenden. Als Leser ist es schwer vorzustellen, wie ein Ungeziefer aussieht. In diesem Aufsatz erkundige ich mich nach den verschiedenen Reaktionen auf das Ungeziefer um zu zeigen, warum Kafka es auswählte, Gregor in ein Ungeziefer zu verwandeln.

„Ach Gott, dachte er, was für einen anstrengenden Beruf habe ich gewählt! Tagaus, tagein auf der Reise…ein immer wechselnder, nie andauernde, nie herzlich werdender menschlicher Verkehr. Der Teufel soll das alles holen!“

„Wenn ich mich nicht wegen meiner Eltern zurückhielte, ich hätte längst gekündigt, ich wäre vor den Chef hingetreten und hätte ihm meine Meinung von Grund des Herzens aus gesagt. Vom Pult hätte er fallen müssen!“

Diese zwei Zitate weisen darauf hin, zuerst dass Gregor Samsa mit seinem menschlichen Leben unzufrieden ist und zweitens, warum er mit seinem menschlichen Leben unzufrieden ist. Das erste Zitat bezieht sich auf seine Tätigkeit, seinen Beruf. Als Reisender ist er tätig. Diesen Beruf hält er für nutzlos einen nie herzlichen werdener Verkehr. Obwohl er angibt, er habe es gewählt, ist diese Aussage falsch. Im Laufe des Textes lernt der Leser, dass Gregor sein Leben nicht beherrscht. Sein Vater hat Kontrolle über das Schicksal der Familie. Das kommt eindeutig im zweiten Zitat vor. Hier betont Gregor seine Angst nicht vor seiner Familie, sonder vor seinem Vater. Im Laufe des Textes lernen wir, dass der Vater alles herrscht:

„Also kommt doch her. Lasst schon endlich die alten Sachen. Und nehmt auch ein wenig Rücksicht auf mich.“ Gleich folgten ihm die Frauen, eilten zu ihm, liebkosten ihn und beendeten rasch ihre Briefe.

So tun der Vater und die Familie durch die Novelle. Die Familie folgt ihm. Die Familie hat Angst vor ihm, wie bei der Apfelszene dargestellt sei.

Und so, wie Freud postuliert, wird der Sohn Angst vor dem Vater haben und seine echten Begierde und Gedanken im Unbewußte oder dem Es verdrängen. Gregors verdrängte Begierde und Gedanken äußerten sich als eine neue Gestalt, eine Gestalt die eine unvorstellbare Form hat, genauso wie das Es eine unvorstellbare Form hat. Deswegen hat Kafka gewählt, Gregor in ein Ungeziefer zu verwandeln. Es repräsentiert das Es aber es hat keine vorstellbare Gestalt.

-O. James

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Franz Kafka Als Autor des Monats

Mai 8, 2009 · Hinterlasse einen Kommentar

kafka

Als James O. eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren, unregelmäßigen Fotograph verwandelt. Er lag auf Rollen von Filmen und sah, wenn er den Kopf ein wenig hob, dass ein heftiger Fotoapparat mit einem sehr langen Objektiv an seinen Hals festgeklebt war. „Was ist mit mir geschehen“ dachte er. Es war kein Traum. James´ Blick richtete sich dann zum Fenster, und das schöne Wetter (die Sonne schien) beruhigte seine Sorge… James war Student. „bald sollte ich auf die Karl Franzens Uni. gehen, aber wie, mit einem solchen großen, heftigen Apparat“, fragte er sich. „Ach Gott“ dachte er „was für eine anstrengende Tätigkeit habe ich gewählt. Tag aus, Tag ein auf der Uni, jede Woche entweder eine Prüfung oder eine Präsentation…Der Teufel soll das alles holen!“ sprach er leise. Gleichzeitig kam die Putzfrau des Studentenheims Hafnerriegels und klopfte an die Tür. „James mach die Tür auf, die gnädige Frau R. Maierhofer ist da um dich abzuholen“ forderte sie auf. „Ich komme gleich“ erwiderte James. James versuchte den heftigen langen Fotoapparat unter seinem Puli zu verstecken aber jeder Versuch war erfolglos. Endlich öffnete er die Tür. Beim Anblick von James fiel die Putzfrau hinunter und die gnädige Frau R. Maierhofer ist rasch zu ihrem Auto gerannt und ist ohne James eilig weggefahren.

Als James O. allein in die Straßen trat, bemerkte er, dass sich jeder Mensch weit von ihm entfernte. Am Hauptplatz entschied er sich dafür, Fotos zu machen. Er wollte, dass seine Fotos nicht als „entartet“ bezeichnet werden, also fing er mit dem freundlichen Alien,dem Kunsthaus, an. Dann ist er nach Wien gefahren, da dort sich sowohl das weltberühmte Caféhaus, Café Central, als auch der Stephansdom befinden. Als er an der die Tür des Café Centrals ankam, sah er den Türhüter. Der Türhüter sagte, dass er ihm jetzt den Eintritt nicht gewähren könne. James überlegte und fragte dann, ob er also später werde eintreten dürfen. „Es ist möglich“ sagte der Türhüter, „jetzt aber nicht“. Da die Tür zum Café Central offenstand wie immer und der Türhüter beiseite trat, bückte sich James, um durch die Tür in das Innere zu sehen. Als der Türhüter das merkte, lachte er und sagte: „Wenn es dich so lockt, versuche es doch, trotz meimem Verbot hineinzugehen. Merke aber: Ich bin mächtig. Und ich bin nur der unterste Türhüter.“ Von Saal zu Saal standen aber Türhüter, einer mächtiger als der andere. James ist ganz entmütig geworden. Er kehrte sich um, damit er nach Hause zurück könnte. Auf den Weg nach Hause sah er eine Kleine Buchhandlung, die das Werk von Franz Kafka verkaufte. Er kaufte sich „Die Verwandlung“ sowie „Der Prozeß“. Als James diese Romane las, kamen ihm die Geschichten von Gregor Samsa und Josef K. ein bisschen wie ein Déjàvu-Erlebnis vor J. Deswegen entschloß sich James Franz Kafka zum Autor des Monats zu wählen.

-O. James

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Brüder Grimm Als Autoren des Monats

April 19, 2009 · Hinterlasse einen Kommentar

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„Es war einmal“ ist ein weltbekannter Ausdruck, den wir alle schon kennen. Dieser Ausdruck ist der Ausgangspunkt der meisten Geschichten unserer Kindheit, nämlich im Märchen. Wahr ist es, dass dieser Ausdruck die Vergangenheit impliziert und dass die Geschichte schon vorbei ist, aber für ein Kind kann das Märchen als ein Vorläufer der Zukunft gelten. Das Märchen stellt dem Kind Situationen vor, die ihm im Laufe seines Lebens möglicherweise begegnen werden und beschreibt wie es mit diesen Situationen umgehen soll. Normalerweise, stellt das Märchen, in verschiedenen Arten, einen Held oder eine Heldin, eine Herausforderung, die er oder sie überwinden muss, und endlich die moralische Lösung der Herausforderung, die zum “Happy End” führt,dar. Ja, die meisten Arten von Geschichten stellen die gleichen dinge dar, aber nur das Märchen hat die Einfachheit der Sprache und Herausforderungen, mit denen Kinder sich identifizieren und von denen sie mit großem Vergnügen etwas Moralisches lernen können. Das Märchen übt seine Macht nicht nur auf die Kinder jeder neuen Generation. Der Erwachsene erfährt wieder und wieder seinen Zauber. Mit tiefgreifender Einsicht und Hilfe von den analytischen Hauptprinzipien von Leuten wie Jung, Freud, Propp, Bettelheim u.a., können die Erwachsenen neue Bedeutungen ihres Lieblingsmärchen herauslesen und auch ein tieferes Verständnis für die Entwicklung einer Person bekommen, das sich im Märchen versteckt.

Das Vergnügen, das viele Kinder und Erwachsene durch das Märchen erfahren, verdankt es den Gebrüdern Grimm. Sie haben diese Märchen überall gesammelt und zu Papier gebracht, deswegen sind sie die Autoren des Monats.

-O. James

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Lessing Als Autor des Monats: Nathan Der Weise

März 29, 2009 · Hinterlasse einen Kommentar

Gotthold_Lessing

Wie ihr schon wisst: Ich habe fast ein Jahr in Graz, Österreich verbracht. Abgesehen davon, dass ich unter nette Menschen kam, sowie alte Architektur sah, hatte ich die schöne Gelegenheit, an drei Literatur Kursen teilzunehmen, zwei im ersten Semester und einem im zweiten Semester. Beim ersten Treffen des Kurses: Literatur des 19 und 20 Jahrhunderts, an dem ich im ersten Semester teilnahm, hat die Lehrerin uns eine grosse Herausforderung vorgelegt, eine Herausforderung, auf die ich noch nicht vorbereitet war. Wir waren gezwungen, Lessings „Nathan der Weise“ innerhalb einer Woche zu lesen. Könnt ihr euch vorstellen, was für eine Erfahrung das war? Ich dachte mir auch, dass es echt Wahnsinn war. Es hat sich herausgestellt, dass sie an uns geglaubt und viel von uns erwartet hat. Bisher habe ich noch nie solches Buch gelesen, aber trotzdem habe ich es durch Geduld, Beharrlichkeit und viel Kaffee geschafft (eigentlich hat es 2 Wochen für mich gedauert um es ganz zu lesen).

Ich darf nicht vergessen, dass es nicht nur durch Geduld, Beharrlichkeit und viel Kaffee erledigt worden war, sondern auch wegen des Autors, denn um die Aufmerksamkeit eines Lesers zu behalten, muss der Inhalt des Stücks unbedingt interessant sein. Lessings „Nathan der Weise“ beschäftigt sich mit den damalen wichtigen Themen, die noch im Gegenwarts auftauchen, nämlich Religion, Hass, Vorurteile und Toleranz. Angesichts der Philosophie der Aufklärung gilt der dritte Aufzug des Stückes als der Schlüsseltext. Im dritten Aufzug des Stücks stellt Saladin dem Nathan die Frage, welche der drei monotheistischen Religionen er für die Wahre halte. Nathan erwidert auf die Frage mit einer Parabel, in der ein Mann ein wertvolles Familienerbstück besitzt (einen Ring). Weiterhin „hatte dieser Ring die geheime Kraft, vor Gott und Menschen angenehm zu machen, wer in dieser Zuversicht ihn trug.“ Der Mann hat drei Söhne und muss Einem den Ring, bevor er stirbt, hinterlassen. Um zu zeigen, dass er jeden gleichermassen liebt, hat er zwei mehr gleiche Ringe gemacht, um jedem Sohn einen hinterzulassen. Nach dem Tod des Mannes versuchen die Söhne herauszufinden, mit welchem Sohn hat der Mann den echten Ring hinterlässt. Jeder stellt fest, dass er Träger den echten Ringes ist. Es stellt sich heraus, dass Keiner der Träger des echten Ringes war, da Keiner bei den Menschen mehr als der anderer beliebt war. Darüber hinaus muss Jeder die Liebe von seinem Mitmenschen verdienen. Wenn einem von ihnen das gelingt, ist er der Träger des echten Ringes. Man kann verschiedene interessante Interpretationen von dieser Parabel darstellen. Das ist ein Beispiel von Lessings Stücken, man kann sehen, dass sein Werk noch relevant ist und passend zu dieser Zeit, deswegen ist er der Autor des Monats. Nachdem ich „Nathan der Weise“ dreimal mal gelesen hatte, las ich „Emilia Galotti“ im zweiten Semester und im Moment lese ich „Minna von Barnhelm“ eigenständig. Es macht mir immer Spass, ein Stück von ihm auf Deutsch zu lesen, und ich hoffe, dass ihr seine Werke auch geniessen werdet, vorausgesetzt, dass ihr die Zeit habt, was zu lesen.

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-O. James

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