…Dunkelsten und unzugänglichsten Bereich der menschlichen Person, dem Es, auf und versucht, den Einfluss der Außenwelt auf des Es und seine Absichten zu Geltung zu bringen, ist bestrebt, das Realitätsprinzip an die Stelle des Lustprinzips zu setzen, welches im Es uneingeschränkt regiert. Die Wahrnehmung spielt für das ich die Rolle, welche im Es dem Trieb zufällt. Das Ich repräsentiert, was man Vernuft und Besonnenheit nennen kann, im Gegensatz zum Es, welches die Leidenschaften enthält… -Sigmund Freud
Erschienen 1915 erzählt Franz Kafkas Novelle Die Verwandlung von Gregor Samsa, der eines Morgens aus unruhigen Träumen erwacht und sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt findet. Enstanden 1912 legt diese Erzählung kunstlich vor, was Freud ungefähr sechs Jahre später analytisch zum Papier brachte, nämlich den Begriff der Es und Ich, welche der Psychoanalyse zugrunde liegt. Ich bin der Meinung, dass seine neue Gestalt als Ungeziefer sein revoltierendes Unbewußtsein repräsentiert. Es hat sich eine äußere Gestalt geschaffen. Wenn es der Fall wäre, dass das Ungeziefer sein Unbewußtsein repräsentiert, dann soll das heißen, dass es auch alles repräsentiert, was Gregor verdrängt hat. Wenn Man den Text kritisch anschaut, bemerkt man, dass Gregor viel verdrängt und versteckt hat. Laut Freud ist das Es ein Reservoir der verdrängten Gedanken und Begierde. Freud Behauptet, dass das Es auch keine sichtbare Form hat, aber wenn man den verdrängten Gedanken begegnet, ist man ängstlich. Das ist der Grund ein Ungeziefer zu verwenden. Als Leser ist es schwer vorzustellen, wie ein Ungeziefer aussieht. In diesem Aufsatz erkundige ich mich nach den verschiedenen Reaktionen auf das Ungeziefer um zu zeigen, warum Kafka es auswählte, Gregor in ein Ungeziefer zu verwandeln.
„Ach Gott, dachte er, was für einen anstrengenden Beruf habe ich gewählt! Tagaus, tagein auf der Reise…ein immer wechselnder, nie andauernde, nie herzlich werdender menschlicher Verkehr. Der Teufel soll das alles holen!“
„Wenn ich mich nicht wegen meiner Eltern zurückhielte, ich hätte längst gekündigt, ich wäre vor den Chef hingetreten und hätte ihm meine Meinung von Grund des Herzens aus gesagt. Vom Pult hätte er fallen müssen!“
Diese zwei Zitate weisen darauf hin, zuerst dass Gregor Samsa mit seinem menschlichen Leben unzufrieden ist und zweitens, warum er mit seinem menschlichen Leben unzufrieden ist. Das erste Zitat bezieht sich auf seine Tätigkeit, seinen Beruf. Als Reisender ist er tätig. Diesen Beruf hält er für nutzlos einen nie herzlichen werdener Verkehr. Obwohl er angibt, er habe es gewählt, ist diese Aussage falsch. Im Laufe des Textes lernt der Leser, dass Gregor sein Leben nicht beherrscht. Sein Vater hat Kontrolle über das Schicksal der Familie. Das kommt eindeutig im zweiten Zitat vor. Hier betont Gregor seine Angst nicht vor seiner Familie, sonder vor seinem Vater. Im Laufe des Textes lernen wir, dass der Vater alles herrscht:
„Also kommt doch her. Lasst schon endlich die alten Sachen. Und nehmt auch ein wenig Rücksicht auf mich.“ Gleich folgten ihm die Frauen, eilten zu ihm, liebkosten ihn und beendeten rasch ihre Briefe.
So tun der Vater und die Familie durch die Novelle. Die Familie folgt ihm. Die Familie hat Angst vor ihm, wie bei der Apfelszene dargestellt sei.
Und so, wie Freud postuliert, wird der Sohn Angst vor dem Vater haben und seine echten Begierde und Gedanken im Unbewußte oder dem Es verdrängen. Gregors verdrängte Begierde und Gedanken äußerten sich als eine neue Gestalt, eine Gestalt die eine unvorstellbare Form hat, genauso wie das Es eine unvorstellbare Form hat. Deswegen hat Kafka gewählt, Gregor in ein Ungeziefer zu verwandeln. Es repräsentiert das Es aber es hat keine vorstellbare Gestalt.
-O. James
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